Neue Bremsbeläge quietschen? So bremst du sie richtig ein

Frische Bremsbeläge quietschen, schleifen ein bisschen und greifen nicht sofort so, wie du es gewohnt bist. Das ist in den allermeisten Fällen kein Defekt. Die Bremse muss erst eingefahren werden — Bremsbeläge einbremsen nennt sich das.

Wir machen das nach jedem Belagwechsel schon an, aber die letzten Kilometer musst du selbst fahren. Hier steht, wie es geht und was dabei normal ist.

Was beim Einbremsen eigentlich passiert

Belag und Scheibe müssen sich aufeinander einstellen. Beim Bremsen überträgt sich eine hauchdünne Schicht Belagmaterial auf die Bremsscheibe. Erst wenn die gleichmäßig verteilt ist, hat die Bremse ihre volle Kraft.

Vorher greift sie schwächer, und die noch unregelmäßige Schicht sorgt für Geräusche. Beides verschwindet von selbst.

So bremst du richtig ein

  1. Such dir eine ruhige, leicht abschüssige Strecke ohne Verkehr.
  2. Beschleunige auf etwa 20 bis 25 km/h.
  3. Brems gleichmäßig und kräftig herunter auf Schrittgeschwindigkeit — aber nicht bis zum Stillstand.
  4. Roll wieder an, statt stehen zu bleiben.
  5. Wiederhol das etwa 20 bis 30 Mal, vorn und hinten getrennt.
  6. Zwischendurch ein Stück rollen lassen, damit die Bremse nicht überhitzt.

Die genaue Empfehlung unterscheidet sich je nach Hersteller ein wenig. Das Prinzip ist überall dasselbe: viele mittelstarke Bremsungen statt weniger Vollbremsungen.

Was dabei normal ist

  • Quietschen und Schleifgeräusche, besonders bei Nässe
  • Ein leichter Geruch nach warmer Bremse
  • Eine Bremse, die in den ersten Kilometern schwächer greift als gewohnt
  • Geräusche, die nach ein paar Tagen Alltag von selbst weggehen

Die häufigsten Fehler

  • Bis zum Stillstand bremsen. Wenn der heiße Belag auf der Scheibe stehen bleibt, hinterlässt er einen Abdruck — und der rubbelt danach.
  • Zu früh voll belasten. Erst einbremsen, dann das Kind in den Kasten setzen.
  • Die Scheibe anfassen. Fett von den Fingern reicht schon, um den Reibwert zu ruinieren.
  • Die Bremse schleifen lassen. Wer den Hebel leicht und lange zieht statt kurz und kräftig, heizt den Belag langsam auf. Er verglast und greift danach kaum noch.
  • Kettenöl oder Sprühfett in der Nähe der Scheibe. Der Klassiker. Danach hilft kein Einbremsen mehr.

Wann es nicht am Einbremsen liegt

Nach etwa 100 Kilometern sollte Ruhe sein. Wenn nicht, steckt meistens etwas anderes dahinter:

  • Öl oder Fett auf Scheibe oder Belag
  • Verglaste Beläge — sie sehen glänzend aus und greifen kaum noch
  • Eine verzogene Scheibe
  • Luft im System, erkennbar am weichen oder wandernden Druckpunkt

Und ganz klar: Wenn die Bremse nicht richtig greift, fahr nicht weiter. Das ist kein Einfahr-Thema mehr.

Am Lastenrad besonders wichtig

Mit Zuladung und Kindern im Kasten bremst du deutlich mehr Gewicht ab als am City-Rad. Eine nicht eingebremste Bremse fällt dort sofort auf — und im falschen Moment fehlt genau der Meter, den du gebraucht hättest.

Fahr die ersten Bremsungen deshalb leer ein, bevor du beladen losfährst.

Und noch etwas, das sich am Lastenrad einschleicht: Mit Kind im Kasten bremst man instinktiv vorsichtig und lässt die Bremse eher schleifen, statt kurz kräftig zuzupacken. Verständlich — aber genau davon verglasen die Beläge. Brems deshalb auch nach dem Einbremsen zwischendurch bewusst mal richtig, wenn die Situation es hergibt.

Quietscht es immer noch?

Dann melde dich. Nachbessern nach unserer Inspektion gehört selbstverständlich dazu, und wir schauen uns an, woran es wirklich liegt. Wir kommen zu dir — im Hamburger Stadtgebiet. Kein Schleppen, kein Warten.

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Dieser Beitrag beschreibt das übliche Vorgehen. Beachte zusätzlich die Hinweise deines Bremsenherstellers.

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